Logistik beim China Import

China Import – Verschiffung aus China

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Die Logistik rund um den China Import

Der Import chinesischer Waren nach Europa und insbesondere nach Deutschland ist im letzten Jahrzehnt immer weiter angestiegen. Der Anteil der aus China importierten Waren ist in dieser Zeit von 2,6 auf 6,7 Prozent des Gesamtimports angestiegen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Spielwaren, Kleidung, Schuhe, aber auch zahlreiche elektronische Produkte. Bei diesen Mengen müssen vor allem der Transport und die damit in Zusammenhang stehende Logistik gut durchdacht sein. Nicht nur Kleinverbraucher, sondern auch große Unternehmen können enorme Einsparungen verzeichnen, wenn man sich die Zeit für Vergleiche und insbesondere die Einarbeitung in diese Thematik nimmt.

Versand aus China

Preisunterschiede

Es bestehen drei Möglichkeiten, wie die, in China gefertigte Waren, nach Deutschland kommen. Der Landweg erweist sich nicht nur preislich, sondern auch anhand der Strecken als ungeeignet, weshalb diese Variante nur selten angeboten wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Luftfracht aus China. Da jedoch nur sehr wenige Maschinen für den Gütertransport geeignet sind, sind die Kosten, die pro Container auf diese Weise entstehen nicht unerheblich. Im Gegenzug dafür erhält der Kunde seine Ware innerhalb weniger Tage nach Versand. Bereits wegen dem Fassungsvermögen und dem damit relativ geringen Kosten fällt die Wahl auf die Seefracht aus China. Ein Containerschiff benötigt etwa fünf Wochen von der Verladung in China bis zur Ankunft der Fracht im Hafen in Deutschland. Wird diese Zeit bereits im Vorfeld eingeplant, kann von Frachtkosten mit einer ungefähren Höhe von 1000 bis 2000 Euro pro Container profitiert werden. Sowohl kleine, wie auch große Sendungen können auf diesem Wege transportiert werden. Da es allerdings nicht immer notwendig ist, dass ein kompletter Container gefüllt wird, lohnt es sich, sich an einen Paketdienst oder Speditionen zu wenden, die sich um den Transport der Ware aus China kümmern und diese auch nach der Ankunft im Heimathafen weitertransportieren. Selbst mit diesem Service kann beispielsweise bei FedEx von einem Preis von ab 6 Euro pro Volumenkilogramm profitiert werden. Die günstigen Tarife bekommt man jedoch nur, wenn der Auftrag beim Expressdienst in China gemacht wird. Wird dieselbe Gesellschaft in Deutschland beauftragt, sind die Kosten um einiges höher. Eine weitere Einsparung kann erzielt werden, wenn mit dem Händler oder produzierenden Unternehmen die Abmachung getroffen oder selbst ein Unternehmen beauftragt wird, welches sich auch in Deutschland ansässig ist. Nur so können willkürlich hinzugerechnete Gebühren vermieden werden. Da für einen fristgerechten Empfang der Ware die Bezahlung des Betrages schnell von statten gehen muss, kann nur schwer dagegen angegangen werden. Ohne eine fristgerechte Bezahlung wird die Ware nicht verzollt, was zu weiteren Problemen führt, die wiederum mit Unkosten in Zusammenhang stehen. Dieser Umstand ist den Empfangsagenten durchaus bekannt.

 

Abkürzungen und Vereinbarungen zum leichteren Verständnis

Wenn es um die Logistik der Ware von China nach Deutschland geht, sind nur zwei Abkürzungen von großer Bedeutung. Nur wenn man diese und auch deren Bedeutung kennt, kann der Einkauf, wie auch der Transport selbst in die Hände genommen und organisiert werden. Dabei führt kein Weg an den Abkürzungen FOB und CIF vorbei. FOB bedeutet free on board und besagt, dass der Verkäufer die Kosten übernimmt, welche den Transport bis zum Schiff und auch die Verladung dieses betrifft. CIF lautet ausgeschrieben Cost Insurance Freight und gibt darüber Auskunft, dass die Kosten für die Fracht, wie auch die Versicherung bis zum Eintreffen im Bestimmungshafen durch den Verkäufer getragen werden. Da diese jedoch auf den Warenwert angerechnet werden, sollte man sich als europäischer Kunde generell für FOB entscheiden. Die Verladung erfolgt dabei auf das Schiff, welches dem Verkäufer genannt werden kann. Für alle weiteren Details muss man sich jedoch selbst kümmern. Im Idealfall wird frühzeitig Kontakt mit einer Spedition in Deutschland aufgenommen, die im Hamburger oder Bremer Hafen eine Zweigstelle hat und die Verzollung nach der Ankunft in Deutschland leitet. Diese kümmern sich dabei ebenfalls um die Zollnummer, welche mittlerweile als EORI (Economic Operators´ Registration and Indentification) Nummer bezeichnet wird. Diese Unternehmen können anhand der Dokumente, die Auskunft über den Inhalt und den Wert der Ware geben, die anstehenden Zollgebühren nennen. Da es jedoch nicht selbstverständlich ist, das die Ware während des Transportes versichert ist, sollte dies zum eigenen finanziellen Schutz im Vorfeld erfragt werden und eventuell selbst eine geeignete Transportversicherung abgeschlossen werden.

 

Studien über die Logistik

Die Logistik zwischen China und Deutschland ist nicht nur für die Unternehmen selbst eine Herausforderung, sondern auch ein Thema, über welches Studien geführt werden können. Die Ergebnisse sind sehr aufschlussreich und geben unter anderem Auskunft über die Zusammensetzung der Kosten. Die Studien haben trotz der großen Strecke, die die Ware zurücklegen muss, gezeigt, dass lediglich 15 Prozent der Beschaffungskosten auf die Logistik entfallen. Dieser Anteil wird jedoch nicht komplett für den Transport ausgegeben, sondern nur zwei Drittel. Das andere Drittel wird für Versicherungen, Zollgebühren, Lagerung und das gesamte Management ausgegeben. Durch die steigenden Treibstoffpreise steigt auch der Anteil des Transports der Beschaffungskosten. Durch die Unsicherheit und der enorme Aufwand, der mit der Logistik vom Werk in China bis zum Unternehmen in Deutschland in Zusammenhang steht, wird immer wieder die Frage in den Raum geworfen, ob sich ein Einkauf in China überhaupt lohnt. Die Studie hat ebenfalls gezeigt, dass sie lediglich für kleine bis mittlere Unternehmen eine Beschaffung in China rentiert, wenn die Risiken außer Acht gelassen und nur die finanzielle Seite und der Aufwand betrachtet werden. Dabei wurde ebenfalls herausgefunden, dass der Großteil der Unternehmen, welche Waren aus China importieren zu hohe Kosten in Kauf nehmen. Durch spezielle Zollverfahren und Logistikparks könnten diese Kosten gesenkt werden. Um den Überblick über die Ware und das Angebot in China zu haben, setzen viele Unternehmen auf einen Einkäufer vor Ort. Diese können ebenfalls stichprobenartig die Qualität der produzierten Waren prüfen und somit frühzeitig eine Reklamation vornehmen. Dennoch sind es nicht alle Unternehmen, die einen Einkäufer beschäftigt haben, die von finanziellen Vorteilen Gebrauch machen. Kleine Unternehmen, die keine gesonderte Person für den Einkauf oder die Organisation der Logistik beschäftigen, verlieren schneller den Überblick über die Dinge, auf die geachtet und verglichen werden sollten. Selbst beim Einsatz eines Fachmannes, welcher je nach Häufigkeit der Importe nur sporadisch beschäftigt wird, kann immer noch eine Einsparung gemacht und vor allem Probleme umgangen werden.

 

Gerade schwere und sperrige Waren sollten aber per Container verschifft werden. Transporte unter einem Container machen selten Sinn. Es ist ratsam mit dem Lieferanten eine FOB-Regelung zu treffen, so dass die gesamte Verschiffung durch einen deutschen Frachtführer organisiert wird. Bei CIF Lieferungen passiert es nicht selten, dass die Empfangsagenten im Hafen Hamburg oder Bremen Fantasiegebühren dazudichten, die nur schwer abzuwehren sind, da man bei Rechnungsstellung bereits wenig Zeit hat, die Rechnungen rechtzeitig zu bezahlen, damit rechtzeitig verzollt werden kann. Beim Auftrag der Verschiffung sollte immer daran gedacht werden, die Einrichtung der Versicherung in Auftrag zu geben, dies machen die Speditionen in der Regel nicht automatisch.
Derzeit stammen übrigens 26 % weltweit aller Containerverschiffungen aus China.

 

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Ein Kommentar

  1. Holger Petersson

     /  29. August 2013

    Ein informativer Bericht, vielen Dank! Die aktuelle Importpeise -Statistik ist positiv:Importe nach Deutschland waren auch im Juli wieder billiger als im Vorjahr. Besonders Energie und Metalle konnten deutlich günstiger eingekauft werden als 2012. http://www.marktundmittelstand.de/nachrichten/kunden-maerkte/importpreise-fallen-erneut/ Auch die importierte aus China Waren sind etwas günstiger.

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