Qualitätssicherung beim China Import

China setzt Weichen für neue Qualitätsstandards

Chinesischen Produkten sagt man schlechte Verarbeitung, äußerste Kurzlebigkeit und die Verwendung von Billigmaterialien nach. Aber die Zeit, in denen Unternehmen aus dem Reich der Mitte auf Quantität anstatt Qualität setzten, gehören immer mehr der Vergangenheit an. Qualitätssicherung von Produkten und Dienstleistungen wird in China zum Standard. Der Wandel passiert nicht ohne Grund. Einerseits ist der internationale Markt von Billigprodukten aus dem Reich der Mitte überschwemmt. Zum anderen sind es die Chinesischen selbst, die sich mehr Qualität und somit mehr Hochwertigkeit von Produkten aus dem eigenen Land wünschen.

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Qualitätssicherung: Für Unternehmen und Endkunden gleichermaßen profitabel

In der Qualitätssicherung wird in jedem einzelnen Schritt des Projektes die Einhaltung von Qualitätsrichtlinien überwacht, um so festgesetzte Normen zu erfüllen. Es gibt zwei Formen – zum einen die dynamische und zum anderen die statische Qualitätssicherung. Bei einer dynamischen Überwachung gibt es keine externen Anforderungen zu Qualitätseinhaltung. Bei der statischen Methode hingegen gibt es externe Vorgaben. Während des ganzen Prozesses gibt es sogenannte Eckwerte, die schrittweise überprüft und erfüllt werden müssen. Erst nach Erreichen der Anforderungen wird das Produkt zertifiziert.

Davon profitieren sowohl Unternehmen wie auch Endkunden. Stellt sich ein Unternehmen den Anforderungen der Qualitätssicherung, so können zugleich einzelne Prozessschritte optimiert werden. Das Ergebnis sind hochwertige Waren und zugleich niedrigere Herstellungskosten. Das wiederum kann an den Endkunden weitergeben werden, der im Zuge der optimierten Qualitätseinhaltung Waren zu einem stimmigen Preisleistungsverhältnis bekommt. Zugleich wird damit die Kundenbindung gestärkt.

China im Qualitätswandel für mehr Lebensstandard

Für Produkte aus China hingegen galt lange Zeit: Masse statt Klasse. Doch das Reich der Mitte befindet sich im Wandel. Viel zu rasant wuchs die chinesische Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten und die Angst vor einem Kollaps ist spürbar. Das ist mitunter der Grund, weshalb sich China von seinem Billigimage distanzieren möchte. Um dieses Ziel erreichen zu können, setzt die chinesische Regierung auf Reformen und neue Strukturen. Weg von der Abhängigkeit im Exportbereich hin zu einer stärkeren Binnenwirtschaft und mehr sozialer Ausgeglichenheit – das sind angestrebte Ziele der chinesischen Regierung. Natürlich hat das bisherige Modell der chinesischen Regierung zugleich Gutes bewirkt. Schließlich haben Billigwaren und Billiglöhne etwa 20 Millionen Chinesischen in den vergangenen zwanzig Jahren aus der Armut geholt.

Die Öffnung des kommunistischen Staates für die westliche Welt bedeutete jedoch gleichzeitig, dass die Bevölkerung plötzlich die westliche Konsumwelt kennenlernten und diese bot weit mehr als das was die chinesische Planwirtschaft hergab. Inzwischen gibt es in den chinesischen Metropolen Edelboutiquen, bunt beleuchtete Reklameschilder von ausländischen Waren und riesige Einkaufszentren. Doch von sozialer Gleichheit in der Bevölkerung kann bislang noch nicht gesprochen werden. Viel zu tief sind die gesellschaftlichen Schneisen des Landes. Das bedeutet, das Ziel der sozialen Ausgeglichenheit und einer stabilen Wirtschaftslage, in der auch das Konsumverhalten maßgeblich zu positiven Zahlen führt, ist auf diesem Weg, den China bislang ging, nicht realisierbar.

Deshalb ist ein Lohnanstieg in China unausweichlich, wenn auch diese nicht mit europäischen Standards zu vergleichen sind. Zwar stieg das Durchschnittseinkommen der Chinesen seit 2006 um bis zu 200 Prozent, doch immer noch verdient man in Peking im Durchschnitt umgerechnet 600 Euro. Deshalb sparen viele Eltern schon sehr früh, damit ihr Kind auf der Universität studieren kann und es somit bessere Jobmöglichkeiten bekommt.

Wenn aber das Durchschnittseinkommen der chinesischen Bevölkerung ansteigen soll, muss gleichzeitig eine neue Ära der Wirtschaftsplanung eingeläutet werden. Und die Löhne in China werden und müssen steigen – das prognostizieren Experten, Studien und namhafte Unternehmen. Auch das Beratungsunternehmen McKinsey sagt voraus, dass sich das Einkommen von etwa 400 Millionen Chinesen bis 2020 wieder verdoppeln wird. Allerdings befindet sich nicht nur die Wirtschaft der zweitgrößten Volkswirtschaft im Wandel, zugleich ändert sich das Konsumverhalten der Bevölkerung. Viele Menschen – besonders in den chinesischen Metropolen – wollen qualitative Produkte. Zudem erkennt die chinesische Bevölkerung langsam, dass auch handgefertigte Waren einen hohen Wert haben.

Nun muss der Staat reagieren, um weiterhin auf dem internationalen Markt, aber auch im eigenen Land, nicht den wirtschaftlichen Anschluss zu verpassen. Derzeit sind es einige Baustellen, die China reformieren muss, um weiterhin auf dem internationalen Markt seine Vorreiterrolle zu behalten. Zum Einen müssen Strukturreformen her. Zum Anderen ist der Umweltschutz ein großes Thema. Zu den Baustellen gehören aber auch die Zielsetzung von sozialer Ausgeglichenheit und die Anpassung von qualitativen Standards in der Warenproduktion.

China: Qualität statt Quantität im eigenen Land

Doch einfach Löhne anzuheben, um damit das Konsumverhalten im eigenen Land anzukurbeln, funktioniert nicht. In diesem Fall heißt das Zauberwort: Qualitätssicherung. Und diese beginnt bereits in den chinesischen Produktionshallen. Dafür investiert China Millionen in Forschung und Entwicklung. Gleichzeitig sorgt der Staat mit der Qualitätssicherung dafür, dass Produktionsprozesse optimiert werden, um einen Ausgleich zwischen qualitativen Produkten und niedrigen Herstellungskosten zu finden. Zugleich müssen die steigenden Löhne aufgefangen werden. Eine eindeutige Herausforderung für die chinesische Regierung. Denn in den vergangenen Jahrzehnten zog es vor allem ausländische Unternehmen in das Reich der Mitte, weil dort die Produktionskosten so niedrig waren Doch Chinas Wirtschaft funktioniert nicht mehr mit Dumpingpreisen und Billiglöhnen. Die chinesische Regierung ist davon überzeugt, dass ohne eigene Marken die Festigung auf dem internationalen Markt nicht möglich ist. Deshalb wird in Zukunft Produkten aus China nicht die Last des Billigimages anhaften, sondern mit Qualität überzeugen.

Das wünscht sich auch die chinesische Bevölkerung. Denn sie haben sich an ausländische Produkte mit ihren hohen Qualitätsstandards gewöhnt. Im Moment kann China den Bedarf noch decken. Wenn aber die Löhne angehoben werden und die Infrastruktur verbessert wird, wächst zugleich die Bevölkerungsschicht, die sich diese Produkte leisten kann. Eine Unabhängigkeit würde China nur dann erreichen, wenn Waren und Dienstleistungen aus dem eigenen Land den gleichen Qualitätsstandards wie ausländische Produkte entsprechen würden.

China befindet sich auf einem positiven Weg, um genau dies zu erreichen. Die Liste der Strukturreformen der chinesischen Regierung ist lang. Aber viele anerkannte Wirtschaftsexperten sind sich einig, dass China den Sprung weg vom Billigimage hin zu hohen Qualitätsstandards durchaus schaffen kann.

Externe Qualitätssicherung von ausländischen Investoren in China

Auch für ausländische Unternehmen ist China ein attraktiver Standort. Seit Ende der 1970er haben sich sehr viele internationale Firmen im Reich der Mitte angesiedelt, weil die Herstellungskosten um ein Vielfaches günstiger sind als im eigenen Land. Doch die große Herausforderung für Unternehmen, die im Ausland produzieren, ist die Einhaltung der Qualitätsstandards. Denn es herrscht auf dem internationalen Markt eine strenge Einhaltungspflicht von Richtlinien, um Waren überhaupt vertreiben zu können. In China setzen deshalb viele ausländische Unternehmen auf eine externe Qualitätssicherung, um die Einhaltung der Richtlinien zu garantieren. Aber die Qualitätssicherung dient auch dazu, dass der gesamte Herstellungsprozess optimal verläuft und Kosten eingespart werden können. Das ist natürlich ein aufwändiger Prozess, der jedoch zu einer ständigen Verbesserung und damit zugleich zu einem Gewinnanstieg führen kann. Eines der wichtigsten Faktoren der Qualitätssicherung ist das Analysieren und Planen, um eine Struktur für den Gesamtprozess erstellen zu können. Diese Struktur hilft, um den Prozess in einzelne Abschnitte zu teilen. Gleichzeitig kann es dem Unternehmen aufzeigen, welche Ressourcen benötigt werden, wie die Umsetzung des Prozess realisierbar ist und welche Investitionen dafür nötig sind. Zusammenfassend bietet die Qualitätssicherung bereits vor Prozessbeginn eine transparente und übersichtliche Struktur, die bei der Umsetzung eine planmäßige Gestaltung bieten kann. Außerdem können dadurch während des Ablaufs Teilabschnitte regelmäßig mit den ermittelten Eckdaten überprüft werden. So kann garantiert werden, dass während des Vorgangs die Qualitätsstandards gegeben sind. Zugleich sind einzelne Prozessabschnitte optimierbar, ohne dabei den ganzen Vorgang ändern zu müssen.

Nicht zuletzt wirkt sich die Qualitätssicherung positiv auf die Kundenbindung aus. Denn um sich auf dem internationalen Markt hervorzuheben, reicht es heute nicht mehr aus einen traditionsreichen Namen zu tragen oder ein besonders günstiges Produkt anzubieten. Heutzutage ist es die Kombination aus ansprechenden Preis und Qualität, die Kunden überzeugt. Gleichzeitig können Beschwerden der Kunden durch die Anwendung von Qualitätssicherung besser aufgenommen und Verbesserungen vorgenommen werden. Das zusammen macht ein Unternehmen für Kunden vertrauenswürdig.

Internationale Unternehmen in China ebnen den Weg zu mehr Qualitätssicherung

Ausländische Unternehmen in China müssen jedoch erst einmal die Grundlagen für ein kompetentes Qualitätsmanagement legen. Denn die Einhaltung von Qualitätsstandards im Herstellungsprozess erfordert ein Zusammenspiel aus Fachkräften, geeigneten Technologien und Struktur. Genau dort liegt der Knackpunkt. In den Bereichen der Technologie und Struktur konnte China zwar aufholen, doch selbst China ist nicht vor dem Fachkräftemangel gefeit. Besonders Ingenieure sind bei ausländischen Firmen gefragt. Genügend Absolventen mit einem ausgezeichneten Abschluss gibt es in China, die Ausbildungsinhalte entsprechen oftmals nicht den Anforderungen von ausländischen Unternehmen. So empfinden besonders deutsche Firmen, dass chinesische Absolventen zu viel Theorie und zu wenig Praxis während ihrer Ausbildung erfahren haben. Die Einarbeitung der einheimischen Fachkräfte stellt sich somit häufig als langwierig heraus. Um dem entgegen zu wirken, arbeiten viele Unternehmen mit der chinesischen Regierung zusammen und bieten für chinesische Fachkräfte Weiterbildungen an, um die Anforderungen der ausländischen Firmen erfüllen zu können. Viele Unternehmen investieren in ihre Fachkräfte. Zuschüsse, kleine Geschenke und ein angenehmes Arbeitsklima bieten Firmen, um ihre Fachkräfte an sich zu binden. Auch das ist ein Teilbereich der Qualitätssicherung. Denn nur ausgebildete Fachkräfte können den Herstellungsprozess optimal überprüfen und Standards einhalten.

Eine weitere Herausforderung für ausländische Unternehmen in China ist die Infrastruktur des Landes. Zwar gibt es in den chinesischen Metropolen kaum noch Unterschiede zu anderen Großstädten der Welt und dennoch ergibt sich besonders auf dem Land ein ganz anderes Bild. Insbesondere die Logistik wird so für ausländische Unternehmen erschwert. Aber auch dort arbeiten Regierung und Unternehmen eng zusammen, um die Infrastruktur des Landes stetig zu verbessern.

Diese Aspekte zeigen jedoch auch, dass Qualitätssicherung ein Unternehmensübergreifendes Projekt ist, dass weit über die Mauern der Produktionshallen reicht. Aber für China könnte das Qualitätsmanagement durchaus eine Chance für den gewollten Wandel sein.

Von Planwirtschaft zur zweitgrößten Weltwirtschaftsmacht

Um die Schwierigkeiten des Wandels zu verstehen, muss man einen Blick in die jüngste Vergangenheit des Landes werfen. Mit Mao wurde aus China in den 1940ern ein kommunistischer Staat mit Planwirtschaft. Erst mit dem Tod von Mao konnte das Land Reformen in Angriff nehmen. Damit begann die schrittweise Öffnung des Landes. Erste ausländische Unternehmen kamen nach China, der Außenhandel wurde vorangetrieben und China wuchs zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht hinter den USA. Aber das brachte neue Probleme. Viele Bereiche wurden während des jahrelangen Wirtschaftsboom in China vernachlässigt. Dazu zählen beispielsweise die Nahrungsversorgung der Bevölkerung und die wachsende Umweltverschmutzung. Mittlerweile wird sichtbar, dass dringender Handelsbedarf besteht. Doch der „Modernisierungsreport China“ der chinesischen Regierung eröffnet ein weniger freundliches Bild. So liegt der chinesische Entwicklungsstandard der Industrie etwa 100 Jahre hinter Deutschland und Großbritannien. Selbst an Japan kann das Reich der Mitte nicht herankommen. Aber China besitzt weiterhin Potenzial – auch für ausländische Unternehmen. Denn der Staat investiert Milliarden, um aufzuholen und um nicht den Anschluss an die Weltwirtschaft zu verlieren.

Positive Prognosen für Chinas Imagewechsel

 

Aber die Prognosen für die Zukunft Chinas sehen positiv aus. Experten rechnen damit, dass China bereits 2020 den USA den Rang ablaufen wird und zur weltweit größten Weltmacht aufsteigt. Auch ausländische Unternehmen bemerken einen neuen Trend. Besonders die Autoindustrie exportiert nicht nur von China aus, sondern kann im Reich der Mitte ihren Absatz steigern. Selbst Porsche verkaufte 2012 etwa 30.000 Luxuswagen an Chinesischen. Der Grund: Die Qualität kommt bei der chinesische Bevölkerung gut an. Und China schaut sich die Qualitätsstandards von ausländischen Unternehmen ab.

Das gilt auch bei chinesischen Traditionsmarken. Eine chinesische Marke, die mehr als 50 Jahre alt ist, erhält vom Staat ein Zertifikat. Allerdings sind von mehreren zehntausend Produkten, etwa 70 Prozent vom Markt verschwunden. Etwa 10 Prozent der übriggebliebenen Marken erleben nach einer grundlegenden Modernisierung nun eine Renaissance.

Der Wandel ist zwar nicht ohne Hürden, aber China wird sich weiterhin auf dem internationalen Markt behaupten können. Nur in Zukunft nicht nur mit Billigprodukten, sondern auch mit Waren, die hohe Qualitätsstandards besitzen. Dafür wird es zwar noch Zeit brauchen, aber werden die angestrebten Ziele umgesetzt und die Infrastruktur weiterhin ausgebaut, hat China gute Chancen auch bei ausländischen Unternehmen ein attraktiver Standort zu bleiben. Denn China bewies in den vergangenen Jahrzehnten, dass es aus Nichts etwas Großes schaffen kann.

Auch Sie können Waren in guter Qualität aus China importieren, wenn Sie selbst die Grundlage dafür legen. Eine Agentur für Inspektionen in China kann Sie dabei unterstützen.

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Geschäftsreisen und Fabrikbesuche in China

Geschäftsreisen nach China

Mit aktuell mehr als 1,37 Milliarden Einwohnern ist China der bevölkerungsreichste Staat der Erde. Doch nicht nur in Sachen Einwohnerzahl ist China ungeschlagen. Auch die Wirtschaft wächst seit Jahren scheinbar ungebremst. So ist China mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von aktuell 17,6 Billionen Dollar sogar stärker als die USA (17,4 Billionen Dollar) und damit die größte Wirtschaft der Welt. Im Zuge der ständig steigenden Wirtschaft nehmen natürlich auch die Geschäftsreisen nach China gerade aus dem europäischen Raum zu. Doch was gibt es bei einer solchen geschäftlichen Reise nach China alles zu beachten? Grundlage für den Aufenthalt in China ist natürlich in jedem Fall ein gültiges Visum. Doch es gibt noch viele andere Dinge insbesondere in Bezug auf die asiatische Mentalität zu beachten.

Der gewöhnliche Europäer, der mit den chinesischen Gepflogenheiten noch nie in Berührung geraten ist, wird sich bei seinem ersten China-Aufenthalt wundern – selbst als Geschäftsmann, der schon öfters mit ausländischen Partnern zu tun hatte. Die Problematik beginnt meist schon bei der Begrüßung: „Shake-Hands“ oder Verbeugung?

Die Geschäftsreise nach China können Sie auch komplett von einem Dienstleister organisieren lassen, der Sie auch in China bei den Geschäftsterminen begleitet. Besuchen Sie dazu die Seite Geschäftsreise in China.

Der erste Eindruck

Aus Respekt vor der chinesischen Kultur sollte man sich als Deutscher während seines Aufenthalts in Fernost anpassen und sich so begrüßen, wie es vor Ort üblich ist. Das bedeutet, dass man sich mit einer leichten Verbeugung begrüßt. An dieser ist im Regelfall noch ein leichter Händedruck angeschlossen. Wichtig: Es ist wichtig, dass es sich um einen sanften Händedruck handelt. Vermeiden sollte man auf jeden Fall eine Umarmung oder anderen zu intensiven Körperkontakt. Bei der Reihenfolge der Begrüßung ist zu beachten, dass zuerst der Ranghöchste begrüßt wird und Ältere vor Jüngeren.

Übrigens: Bei seinem Geschäftstermin sollte man grundsätzlich unbedingt auf Pünktlichkeit achten. Maximal fünf Minuten Verspätung sind akzeptabel – mehr definitiv nicht. Und in China gehört es definitiv zum guten Ton, pünktlich am verabredeten Ort zu sein.

Was die Kleidung anbelangt, handhaben es die Chinesen relativ locker. Stattdessen wird viel größerer Wert auf die Pflege gelegt. Deswegen sollte man bei seinem Geschäftstermin in China vor allem auf eine ordentliche Rasur, geputzte Zähne und gemachte Haare achten. Unterstrichen wird der gepflegte Eindruck aber natürlich trotzdem von ordentlicher Kleidung. Bei entsprechend wichtigen Anlässen ist ein dunkler Anzug bei den Herren definitiv die richtige Wahl. Kleiner Tipp: Bei der Wahl der Kleidung möglichst auf weiß verzichten. Das ist in China nämlich die Farbe der Trauer.

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Das Geschäftsessen

Der Part vor dem sich wohl die meisten ausländischen Business-Menschen fürchten, ist das Essen. Schließlich gibt es hier doch den einen oder anderen Unterschied zu den europäischen Gepflogenheiten. Was auf jeden Fall gut ankommt ist, wenn der Besuch aus Europa im Umgang mit Stäbchen geübt ist. Wenn das partout nicht geht, sollte man es auch lieber sein lassen, bevor man sich durch ungeschicktes Handhaben mit den Stäbchen blamiert.

Darüber hinaus gilt es beim Essen möglichst keine Speise abzulehnen, die angeboten wird. Zumindest sollte man diese einmal probieren. Alles andere gilt in der chinesischen Kultur grundsätzlich als unhöflich. Außerdem sollte man am Esstisch auch niemals auf die Idee kommen, das Taschentuch zu zücken.

Übrigens: Kleine Mitbringsel, quasi Gastgeschenke, sind in China auch sehr willkommen. Am besten eignen sich Spezialitäten aus dem Heimatland wie zum Beispiel Pralinen. Wichtig: Keine Blumen schenken. Blumen werden in China nur zu Todesfällen mitgebracht. Dasselbe gilt für Uhren.

Das Geschäftliche

Grundsätzlich gilt in der chinesischen Geschäftswelt: Zurückhaltung verspricht den größten Erfolg. Auf aggressive Verkaufsgespräche und aufdringliche Gesprächsführungen reagieren Chinesen in aller Regel allergisch. Ebenso sind Arroganz und Überheblichkeit für Chinesen absolute No-Gos. Darüber hinaus sollte man es am Verhandlungstisch vermeiden, ein „Nein“ zu benutzen. Chinesen interpretieren daraus direkt Ablehnung und reagieren entsprechend abweisend. Besser: „Ich versuche mein Bestmöglichstes“ oder „das könnte eventuell schwierig werden“. Direkter Blickkontakt, quasi das Auge-in-Auge, verunsichert viele Chinesen. Deshalb geht man oft darin über, zur Seite zu schauen und den Gesprächspartner nicht direkt in die Augen zu schauen.

Dementsprechend ist die Bescheidenheit die wichtigste Tugend, die man als Deutscher seinem chinesischen Geschäftspartner vermitteln kann. Bodenhaftigkeit ist eine sehr geschätzte Charaktereigenschaft in der Volksrepublik. Ebenso gut kommt nicht nur in der asiatischen Geschäftswelt, sondern auch allgemein Harmonie an. Absolut zu vermeiden sind dagegen während des gesamten geschäftlichen Aufeinandertreffens Diskussionen über die politische Situation des Landes. Das kommt in jedem Fall schlecht an.

Das Behördliche

Von elementarer Bedeutung für eine erfolgreiche Geschäftsreise nach China ist natürlich, dass alle behördlichen Auflagen bzw. Anträge erfüllt sind. Ansonsten kann es schnell zu Problemen kommen. So ist es zuallererst natürlich Pflicht, für seinen China-Aufenthalt ein Visum bei der Botschaft zu beantragen. Und das sollte man in jedem Fall frühzeitig machen, da die Bearbeitungszeit zwischen 7 und 10 Tagen liegt (unter Umständen auch länger). Für Geschäftsreisende empfiehlt sich das „M-Visum“. Das entsprechende Visum muss persönlich oder zumindest durch eine autorisierte Stelle, wie zum Beispiel dem Reisebüro, gestellt werden. Erst mit dem genehmigten Visum in der Hand kann es dann ins Flugzeug nach Fernost gehen.

Tipp: Es ist natürlich keine Pflicht, kommt bei den Geschäftspartnern aus Fernost aber auf jeden Fall besser an, wenn man seine Präsentationen und geschäftlichen Unterlagen ins Chinesische übersetzt. Spricht man selbst überhaupt kein Chinesisch, sollte zumindest der eigene Name auf der Visitenkarte zweisprachig (Englisch und Deutsch) gedruckt werden. Das kommt bei den chinesischen Partnern auf jeden Fall gut an. Apropos Visitenkarte: In China gehört es zum guten Ton, stets eine Visitenkarte mitzuführen – vor allem bei Geschäftsterminen.

Die Planung

Vorab sollte man sich insbesondere über den Transport vom Flughafen zum Hotel und zu den jeweiligen Geschäftsterminen kümmern. Nicht selten kommt es vor, dass die großen Entfernungen zwischen den einzelnen Provinzen innerhalb der Volksrepublik unterschätzt werden. Die Entfernung von einer zur anderen Stadt kann unter Umständen mehrere tausend Kilometer betragen. Deshalb sollte man vorab schauen, dass man einen passenden Flughafen auswählt und wie der Transfer von hier aus aussieht. Ob zum Beispiel eine Abholung vom Hotel-Shuttle erfolgt oder ob ein Mietwagen gebucht wird. Wer vor Ort als Geschäftsreisender auf ein Taxi angewiesen ist, kann gleich mehrere Probleme bekommen: Entweder es ist gar kein Taxi verfügbar, der Taxifahrer kann die Zieladresse nicht lesen, weil er kein Englisch kann oder der Taxifahrer akzeptiert nur die nationale Währung (Yuan). Deshalb sollte man sich noch in Deutschland seinen Zielort auch in chinesischer Sprache notieren und gegebenenfalls schon hierzulande Geld wechseln (spätestens am Flughafen in China).

Tipp: Bei der Planung der Geschäftsreise sollte man auf jeden Fall auch die nationalen Feiertage in China beachten. An diesen Tagen sind Geschäftstermine natürlich unpassend. Hierzu zählen insbesondere das Laternenfest, das Frühlingsfest oder das Drachenbootfest. Ein weiterer Tipp: Man sollte vorab die Systematik lernen, wie chinesische Namen aufgebaut sind. So vermeidet man Verwechslungen und das irrtümliche Ansprechen eines geschätzten Geschäftspartners mit dem Vornamen.

Zusammenfassung

Bei einer Geschäftsreise nach China gibt es die eine oder andere Sache zu beachten. Grundsätzlich gilt jedoch, dass man mit Bodenständigkeit, Freundlichkeit und dezenter Zurückhaltung meist schon sehr weit kommt und damit bereits viele klassische Fettnäpfchen vermeidet. Wichtig ist es auf jedem Fall, sich der chinesischen Kultur zumindest teilweise anzupassen und sich demzufolge bei der Begrüßung zu verbeugen. Auch die Tatsache, dass man beim Geschäftsessen keine Speise ablehnen sollte, sondern alles zumindest probieren sollte, ist keine allzu große Hürde.

Wissen sollte man zudem, dass es Standard ist, stets eine Visitenkarte bei zu haben (am besten zweisprachig) und gepflegt zu sein. Wenn man besonders gut ankommen möchte, lernt man vor seiner Reise nach China den einen oder anderen chinesischen Satz, um sein Gegenüber damit zu beeindrucken und zu zeigen, dass man sich für das Land interessiert und dieses respektiert.

 

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