Geschäftsreisen und Fabrikbesuche in China

Geschäftsreisen nach China

Mit aktuell mehr als 1,37 Milliarden Einwohnern ist China der bevölkerungsreichste Staat der Erde. Doch nicht nur in Sachen Einwohnerzahl ist China ungeschlagen. Auch die Wirtschaft wächst seit Jahren scheinbar ungebremst. So ist China mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von aktuell 17,6 Billionen Dollar sogar stärker als die USA (17,4 Billionen Dollar) und damit die größte Wirtschaft der Welt. Im Zuge der ständig steigenden Wirtschaft nehmen natürlich auch die Geschäftsreisen nach China gerade aus dem europäischen Raum zu. Doch was gibt es bei einer solchen geschäftlichen Reise nach China alles zu beachten? Grundlage für den Aufenthalt in China ist natürlich in jedem Fall ein gültiges Visum. Doch es gibt noch viele andere Dinge insbesondere in Bezug auf die asiatische Mentalität zu beachten.

Der gewöhnliche Europäer, der mit den chinesischen Gepflogenheiten noch nie in Berührung geraten ist, wird sich bei seinem ersten China-Aufenthalt wundern – selbst als Geschäftsmann, der schon öfters mit ausländischen Partnern zu tun hatte. Die Problematik beginnt meist schon bei der Begrüßung: „Shake-Hands“ oder Verbeugung?

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Der erste Eindruck

Aus Respekt vor der chinesischen Kultur sollte man sich als Deutscher während seines Aufenthalts in Fernost anpassen und sich so begrüßen, wie es vor Ort üblich ist. Das bedeutet, dass man sich mit einer leichten Verbeugung begrüßt. An dieser ist im Regelfall noch ein leichter Händedruck angeschlossen. Wichtig: Es ist wichtig, dass es sich um einen sanften Händedruck handelt. Vermeiden sollte man auf jeden Fall eine Umarmung oder anderen zu intensiven Körperkontakt. Bei der Reihenfolge der Begrüßung ist zu beachten, dass zuerst der Ranghöchste begrüßt wird und Ältere vor Jüngeren.

Übrigens: Bei seinem Geschäftstermin sollte man grundsätzlich unbedingt auf Pünktlichkeit achten. Maximal fünf Minuten Verspätung sind akzeptabel – mehr definitiv nicht. Und in China gehört es definitiv zum guten Ton, pünktlich am verabredeten Ort zu sein.

Was die Kleidung anbelangt, handhaben es die Chinesen relativ locker. Stattdessen wird viel größerer Wert auf die Pflege gelegt. Deswegen sollte man bei seinem Geschäftstermin in China vor allem auf eine ordentliche Rasur, geputzte Zähne und gemachte Haare achten. Unterstrichen wird der gepflegte Eindruck aber natürlich trotzdem von ordentlicher Kleidung. Bei entsprechend wichtigen Anlässen ist ein dunkler Anzug bei den Herren definitiv die richtige Wahl. Kleiner Tipp: Bei der Wahl der Kleidung möglichst auf weiß verzichten. Das ist in China nämlich die Farbe der Trauer.

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Das Geschäftsessen

Der Part vor dem sich wohl die meisten ausländischen Business-Menschen fürchten, ist das Essen. Schließlich gibt es hier doch den einen oder anderen Unterschied zu den europäischen Gepflogenheiten. Was auf jeden Fall gut ankommt ist, wenn der Besuch aus Europa im Umgang mit Stäbchen geübt ist. Wenn das partout nicht geht, sollte man es auch lieber sein lassen, bevor man sich durch ungeschicktes Handhaben mit den Stäbchen blamiert.

Darüber hinaus gilt es beim Essen möglichst keine Speise abzulehnen, die angeboten wird. Zumindest sollte man diese einmal probieren. Alles andere gilt in der chinesischen Kultur grundsätzlich als unhöflich. Außerdem sollte man am Esstisch auch niemals auf die Idee kommen, das Taschentuch zu zücken.

Übrigens: Kleine Mitbringsel, quasi Gastgeschenke, sind in China auch sehr willkommen. Am besten eignen sich Spezialitäten aus dem Heimatland wie zum Beispiel Pralinen. Wichtig: Keine Blumen schenken. Blumen werden in China nur zu Todesfällen mitgebracht. Dasselbe gilt für Uhren.

Das Geschäftliche

Grundsätzlich gilt in der chinesischen Geschäftswelt: Zurückhaltung verspricht den größten Erfolg. Auf aggressive Verkaufsgespräche und aufdringliche Gesprächsführungen reagieren Chinesen in aller Regel allergisch. Ebenso sind Arroganz und Überheblichkeit für Chinesen absolute No-Gos. Darüber hinaus sollte man es am Verhandlungstisch vermeiden, ein „Nein“ zu benutzen. Chinesen interpretieren daraus direkt Ablehnung und reagieren entsprechend abweisend. Besser: „Ich versuche mein Bestmöglichstes“ oder „das könnte eventuell schwierig werden“. Direkter Blickkontakt, quasi das Auge-in-Auge, verunsichert viele Chinesen. Deshalb geht man oft darin über, zur Seite zu schauen und den Gesprächspartner nicht direkt in die Augen zu schauen.

Dementsprechend ist die Bescheidenheit die wichtigste Tugend, die man als Deutscher seinem chinesischen Geschäftspartner vermitteln kann. Bodenhaftigkeit ist eine sehr geschätzte Charaktereigenschaft in der Volksrepublik. Ebenso gut kommt nicht nur in der asiatischen Geschäftswelt, sondern auch allgemein Harmonie an. Absolut zu vermeiden sind dagegen während des gesamten geschäftlichen Aufeinandertreffens Diskussionen über die politische Situation des Landes. Das kommt in jedem Fall schlecht an.

Das Behördliche

Von elementarer Bedeutung für eine erfolgreiche Geschäftsreise nach China ist natürlich, dass alle behördlichen Auflagen bzw. Anträge erfüllt sind. Ansonsten kann es schnell zu Problemen kommen. So ist es zuallererst natürlich Pflicht, für seinen China-Aufenthalt ein Visum bei der Botschaft zu beantragen. Und das sollte man in jedem Fall frühzeitig machen, da die Bearbeitungszeit zwischen 7 und 10 Tagen liegt (unter Umständen auch länger). Für Geschäftsreisende empfiehlt sich das „M-Visum“. Das entsprechende Visum muss persönlich oder zumindest durch eine autorisierte Stelle, wie zum Beispiel dem Reisebüro, gestellt werden. Erst mit dem genehmigten Visum in der Hand kann es dann ins Flugzeug nach Fernost gehen.

Tipp: Es ist natürlich keine Pflicht, kommt bei den Geschäftspartnern aus Fernost aber auf jeden Fall besser an, wenn man seine Präsentationen und geschäftlichen Unterlagen ins Chinesische übersetzt. Spricht man selbst überhaupt kein Chinesisch, sollte zumindest der eigene Name auf der Visitenkarte zweisprachig (Englisch und Deutsch) gedruckt werden. Das kommt bei den chinesischen Partnern auf jeden Fall gut an. Apropos Visitenkarte: In China gehört es zum guten Ton, stets eine Visitenkarte mitzuführen – vor allem bei Geschäftsterminen.

Die Planung

Vorab sollte man sich insbesondere über den Transport vom Flughafen zum Hotel und zu den jeweiligen Geschäftsterminen kümmern. Nicht selten kommt es vor, dass die großen Entfernungen zwischen den einzelnen Provinzen innerhalb der Volksrepublik unterschätzt werden. Die Entfernung von einer zur anderen Stadt kann unter Umständen mehrere tausend Kilometer betragen. Deshalb sollte man vorab schauen, dass man einen passenden Flughafen auswählt und wie der Transfer von hier aus aussieht. Ob zum Beispiel eine Abholung vom Hotel-Shuttle erfolgt oder ob ein Mietwagen gebucht wird. Wer vor Ort als Geschäftsreisender auf ein Taxi angewiesen ist, kann gleich mehrere Probleme bekommen: Entweder es ist gar kein Taxi verfügbar, der Taxifahrer kann die Zieladresse nicht lesen, weil er kein Englisch kann oder der Taxifahrer akzeptiert nur die nationale Währung (Yuan). Deshalb sollte man sich noch in Deutschland seinen Zielort auch in chinesischer Sprache notieren und gegebenenfalls schon hierzulande Geld wechseln (spätestens am Flughafen in China).

Tipp: Bei der Planung der Geschäftsreise sollte man auf jeden Fall auch die nationalen Feiertage in China beachten. An diesen Tagen sind Geschäftstermine natürlich unpassend. Hierzu zählen insbesondere das Laternenfest, das Frühlingsfest oder das Drachenbootfest. Ein weiterer Tipp: Man sollte vorab die Systematik lernen, wie chinesische Namen aufgebaut sind. So vermeidet man Verwechslungen und das irrtümliche Ansprechen eines geschätzten Geschäftspartners mit dem Vornamen.

Zusammenfassung

Bei einer Geschäftsreise nach China gibt es die eine oder andere Sache zu beachten. Grundsätzlich gilt jedoch, dass man mit Bodenständigkeit, Freundlichkeit und dezenter Zurückhaltung meist schon sehr weit kommt und damit bereits viele klassische Fettnäpfchen vermeidet. Wichtig ist es auf jedem Fall, sich der chinesischen Kultur zumindest teilweise anzupassen und sich demzufolge bei der Begrüßung zu verbeugen. Auch die Tatsache, dass man beim Geschäftsessen keine Speise ablehnen sollte, sondern alles zumindest probieren sollte, ist keine allzu große Hürde.

Wissen sollte man zudem, dass es Standard ist, stets eine Visitenkarte bei zu haben (am besten zweisprachig) und gepflegt zu sein. Wenn man besonders gut ankommen möchte, lernt man vor seiner Reise nach China den einen oder anderen chinesischen Satz, um sein Gegenüber damit zu beeindrucken und zu zeigen, dass man sich für das Land interessiert und dieses respektiert.

 

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