Einkauf aus China – zahlt es sich aus?

Mit China als eine führende aber auch gigantische Handelswirtschaft, kann es leicht sein, dass Ihnen schon alleine der Gedanke in einen Großeinkauf von China einzusteigen, Kopfzerbrechen macht. Verzweifeln Sie aber nicht und geben Sie Ihr Vorhaben nicht auf, bevor es begonnen hat. Sicherlich der Einkauf von China ist kein Klacks. Alles ist zu weit weg, wahrscheinlich sprechen Sie die Sprache nicht, kennen nicht die Bräuche und waren Sie einmal in China, dann wissen Sie, China ist eine ziemlich andere Welt als Deutschland.

Hier haben wir eine Art Roadmap für Sie zusammengestellt; Dinge die Sie beachten und Dinge die Sie, bei Ihren Einkauf aus China, besser unterlassen sollten.

Wie der Name Großhandel schon andeutet, hier handelt es sich um eine Handelsweise, wo der Händler seine Produkte von Regal anbietet, verglichen mit Produkten, die hergestellt wurden für den Besteller.

Chinas Großhandel zentriert sich größtenteils auf den inländischen Handel. Ihr erster Schritt muss daher sein, dass Sie einen Händler finden, der auf den internationalen Handel zielt. In Yiwu, der Provinz von Zhejiang, finden Sie eine Unmenge von ausgezeichneten Großhändlern, die zu fast allen Teilen der Welt exportieren. Bei den meisten können Sie einfach in das Warenhaus gehen und die Produkte für Ihren Einkauf von China erstmals begutachten. Das einzige Problem dabei ist, dass Produkte, die in westliche Länder importiert werden, müssen einem gewissen Standard entsprechen. Die Tatsache jedoch ist, nur wenige Produkte Chinesischer Großhändler übereinstimmen mit den Deutschen Normen. Nicht-konforme Produkte zu importieren ist illegal. Sie können zu einem Rückzug des Produkts gezwungen werden oder sogar einen gerichtlichen Prozess verwickelt werden, für den Sie alleine die Kosten tragen.
Prinzipiell kann man jedoch sagen, der Einkauf von China, durch einen Großhändler zahlt sich nur dann aus, wenn Sie breitere Palette von Produkten, jeweils in relativ kleinen Mengen einkaufen.

So, wie wird’s gemacht? Hier sind 8 Schritte, die Ihnen dabei helfen werden, einen lukrativen Einkauf in China zu machen.

  1. Finden Sie den richtigen Großhändler:
    Dies ist offensichtlich die Grundlage für Ihr China Import Unternehmen. Das Finden und Überprüfen von führenden Anbietern kann ein komplizierter und verwirrender Prozess sein. Halten Sie sich vor Augen, Chinesische Produkte sind größtenteils für den inländischen Handel hergestellt und entsprechen möglicherweise nicht dem Deutschen Standard.
  2. Machen Sie sich vertraut und verstehen Sie das Versand Verfahren.
    Dazu gehören Name und Anschrift des Ausführers und des Empfängers, Ort und Datum der Ausstellung, Rechnungsnummer, Angabe über die Beförderung, Ursprungsland, Marke, Nummern und Anzahl der Packstücke, genaue Warenbezeichnung, Brutto- und Nettogewichte, Einzelpreise und Gesamtbetrag, Lieferungs- und Zahlungsbedingungen, alle Frachtpapiere, Verpackung, Versicherung – und das sind nur einige der Dinge, die Sie bei Ihrem Einkauf von China beachten müssen.
  3. Verstehen Sie Einfuhrzölle, Steuern und Gebühren: Alle Produkte die Sie von China importieren, unterliegen Einfuhrabgaben, sowie Steuern und anderen Abschlägen. Sie sind für alle anfallenden Spesen haftbar.
  4. Passen Sie Ihr Produkt einer bestimmten Zielgruppe an: Dazu gehört ein Produkt-Spezifikationen-Dokument zu entwerfen. Hierher gehören Angaben über die Materialien, Farben und andere Funktionen Ihres Produktes.
  5. Musterbestellungen und Perfektionieren Ihres Produktes: Sind Sie sich erst mal im Klaren über Ihre Produktqualität und Auftragsbedingungen, z. B. die Anzahl von Revisionen, dann erhöhen sich Ihre Chancen drastisch, dass Ihre Produktherstellung für einen Einkauf von China erfolgreich wird.
  6. Legen Sie mit einem Kaufvertrag eine solide Grundlage für eine Vorbestellung: Ein guter Verkaufsvertrag versichert Ihren Einkauf von China gegen korrekten Versand, Bezahlung und späte Liefertermine.
  7. Bezahlen Sie Ihre Lieferanten und vermeiden Sie Betrug: Erkundigen Sie sich reichlich über alle möglichen Zahlungsbedingungen; welche Zahlungsbedingungen sie akzeptieren und welche Sie nicht akzeptieren sollten. Lassen Sie sich beraten, wie Sie sich vor Betrug schützen können. – Sie haben kaum eine rechtliche Standfestigkeit im Ausland.
  8. Vermeiden Sie beschädigte oder defekte Waren durch Qualitätskontrolle: Auch hier müssen Sie sich genauestens über alle Regeln und Vorschriften informieren. Grundsätzlich, was Sie wollen ist ein örtlicher, unparteiischer, Chinesischer Qualitätsüberprüfer. Diesen können Sie gegen Bezahlung mit der Qualitätsüberprüfung Ihrer Waren beauftragen.

Wie Sie sehen, es ist ein Dschungel von Bürokratie den Sie hier betreten. Das sollte Sie jedoch nicht von Ihrem Einkauf von China abhalten. Eines der wichtigsten Dinge dabei ist, dass Sie die korrekte Information und Hilfe für Ihren Einkauf aus China dort erhalten, wo Sie es brauchen.

Der chinesische Handelsmarkt, als eine führende Weltwirtschaft bietet eine reiche Palette der verschiedensten Produkte zu relativ guten Preisen. Der Vorteil für Ihren Einkauf von China liegt darin, dass, Sie sobald Sie den geeigneten, international orientierten Großhändler finden, Sie nicht große Mengen kaufen müssen. Die Vielfalt auf den chinesischen Markt macht es leicht, auch geringer Mengen von den verschiedensten Produkten zu kaufen. – Im Vergleich zum inländischen Markt, wo der Mindest-Stück-Betrag bei 10,000 liegt.

Für mehr Information für Ihren Einkauf in China richten Sie sich bitte an: info@ag-frisch.de

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China Import – Infos & Vorschriften bei der Einfuhr

Die EU (dazu gehört auch Deutschland) ist ein Wirtschaftsgebiet für diesen zum Schutz einheitliche Regeln gelten. Der Güterverkehr auch beim China Import ist zwar grundsätzlich frei, jedoch gibt es Vorschriften die beim China Import zu beachten sind.  Diese Regeln gelten grundsätzlich für jeden Warenverkehr aus EU-Nichtländern, Warenverkehr zwischen  EU-Ländern oder innerhalb der Bundesrepublik Deutschland werden von uns hier nicht als Import bezeichnet, da dies auch rechtlich sehr unterschiedlich behandelt wird.

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Für dei Einfuhr in die EU wird grundsätzlich die sogenannte EORI Nummer benötigt. Diese muss bei der Zollbehörde beantragt werden. Mehr Informationen zur EORI Nummer finden Sie auf http://www.zoll.de.

Für die Einfuhrabgaben gibt es einen sogenannten TARIC Code. Mi dem Taric Code in Kombination mit dem Ursprungland der Ware (z. B. China) ergibt sich die jeweilige Zollabgabe prozentual vom Warenwert. Nebem dem „normalen“ Einfuhrzoll, gibt es auch noch Antidumpingzölle (z. B. bei Fahrrädern oder Porzellan wenn wir beim China Import bleiben). Die Zollsätze gelten aber jeweils in der gesamten EU, da spielt es keine Rolle ob man die Ware z. B. über den Hamburger Hafen oder über den Hafen Rotterdam kommen lässt. Bei Agrarwaren gib es zudem noch die Agrarzölle.

Teilweise gibt es noch Zollpräferenzen, die bei Vorlage der Ursprungsurkunde für bestimmte Herkungsländer in Anspruch genommen werden können, so etwas gibt es z. B. bei Kleidung aus Bangladesch, so dass die eigentlichen Zölle wesentlich geringer sind, um den Import aus z. B. Entwicklungsländern zu fördern.

Bei jeder Einfuhr fällt auch die Einfuhrumsatzsteuer an, dies entspricht der Umsatzsteuer mit einem Regelsatz von 19 % (Stand 29.05.2016). Somit fällt die Umsatzsteuer als Auslage immer an, egal ob die Ware im Inland oder im Drittland erworben wird. Die Umsatzsteuer ist allerdings für den Unternehmer nur ein durchlaufender Posten wenn er umsatzsteuerabzugsberechtigt ist, so dass die Umsatzsteuer für ihn eine Forderung gegenüber der Finanzbehörden darstellt.

Für bestimmte Waren gibt es noch zusätzliche Steuern, die direkt bei der Einfuhr erhoben werden können, dazu gehören u. a. die Kaffeesteuer, die Alkoholsteuer und die Zigarettensteuer.

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Für die Zollanmeldung werden folgende Dokumente benötigt:

1 Einfuhrzollanmeldung & Zollwertanmeldung

Unter http://www.internetzollanmeldung.de gibt es ein elektronisches Formular, welches vor der Einfuhr eingereicht werden sollte. Bei Express-Sendungen (z. B. per DHL/ Fedex/ TNT) reichen die Express-Dienstleister die Erklärungen in Ihrem Namen automatisch kostenpflichtig ein, wenn Sie die Erklärung nicht bereits selbst eingereicht haben. Bei Seefracht wird dies zumeist von den Spediteuren für Sie erledigt. Wenn Sie das erste mal eine Zollanmeldung ausfüllen, beachten Sie unbedingt das Merkblatt, was Sie dem Online-System entnehmen können.

Die Zollwertanmeldung muss in der Regel bei Einfuhren von Waren über 15 000 Euro zusätzlich abgegeben werden und dient zur besseren Überprüfung des Zollwerts für die Zollbehörde.  Es empfiehlt sich im Vorfeld einen Antrag auf eine verbindliche Zollauskunft zu stellen (Vordruck 307), dann ist die Zollbehörde auf bestimmte Zeit auch daran gebunden und Sie haben bei der Einfuhr mehr Rechtssicherheit.

Die Einfuhrumsatzsteuer kann ggf. gespart werden, wir empfehlen einen eigenen Antrag auf ein Aufschubkonto zu stellen.  Dazu  müssen die Anträge 0590und 0580ausgefüllt und bei der Zollbehörde eingesendet werden.

2. Rechnung (im englischen auch Commercial Invoice) & Warenbeschreibung

Damit der Zollwert festgelegt werden kann, benötigen Sie selbst bei Mustern und Geschenken immer eine Rechnung. Die Rechnung muss alle handelsüblichen Angaben erhalten, die genaue Warenbezeichnung, Warenmenge (mit Incoterms), zudem muss aus der Rechnung das Land des Absenders, das Ursprungsland und das Land des Empfängers ersichtlich sein. Es empfiehlt sich immer noch eine Packliste vom Absender erstellen zu lassen, damit auch die Stückzahlen, Kartonzusammenstellungen, das Gewicht etc. deutlich nachvollziehbar sind. Es empfiehlt sich auch immer ein Zusatzblatt mit einer ausführlichen Warenbeschreibung mit einzureichen. Allgemeine Angaben die oft auf der Rechnung zu finden sind wie „Elektronikartikel“ oder „Lebensmittel“ reichen der Zollbehörde nicht aus, um einen Zollwert festzulegen oder zu prüfen. Eher zutreffend wäre „Kleid für Frauen, Länge 80cm aus 30 % Cotton und 70 % Polyester mit einem Gewicht pro m2 von 100 Gramm und einem Gesamtgewicht von 250 Gramm“.

3. Warenverkehrsbescheinigung bzw. Form A

Damit eine Zollpräferenz geltend gemacht werden kann, muss ein sogenanntes Form A (Herkunfsurkunde) vorgelegt werden. Beim China Import gibt es allerdings nur noch wenige Produkte für die Zollpräferenzen noch möglich sind.

4. Einfuhrgenehmigung

Wird für Produkte benötigt für die es bestimmte Einfuhrbeschränkungen bzw. Einfuhrkontrollen gibt. Normalerweise ist keine Einfuhrgenehmigung notwendig, für Waren wo dies vorgeschrieben sein sollte, wird auf der EZT-Online aber auch ausdrücklich darauf hingewiesen.

Als Importeur wird der Importeur in der Regel vom Spediteur bei der Ankunft der Ware benachrichtigt. Die Dokumente müssen spätestens dann für die Zollbehörde eingericht werden. Dies kann auch ein Vertreter (z. B. die Spedition selbst oder eine Zoll-Agentur) für den Importeur im Auftrag erledigen. In der Regel werden die Einfuhrabgaben dann an den Transporteur (z. B. die Spedition oder an den Expressdienst) in Vorkasse oder auf Rechnung beglichen. Es besteht aber auch die Möglichkeit bei der Zollbehörde ein sogenanntes Umsatzsteueraufschubkonto bzw. Zollaufschubkonto zu beantragen, dann werden die Angaben jeweils am 15. des Folgemonats automatisch vom Konto des Importeurs eingezogen.

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Wichtig ist es zu beachten, dass Sendungen vom Hafen und der Zollbehörde je Absender separat betrachtet werden, d. h. die Kosten für Verzollung und die Hafengebühren fallen jeweils je Sendung an. Bleiben Sendungen am Hafen stehen (z. b. aufgrund fehlender Dokumente oder Verzögerungen in der Zollabwicklung), fallen ab dem dritten Tag im Hafen erhebliche Zusatzgebühren an, die eine Spedition leider nicht beeinflussen kann. 

 

China Import Beratung mit Förderung durch die KFW

China Import – Beratung mit Förderung

Ihre Planung Ware nun aus China einzukaufen, sprich im Einkauf zu sparen und in den Import einzusteigen, kann jetzt von der KFW gefördert werden. Die Berater der Agentur Frisch International Consulting GmbH & Co. KG aus Berlin sind wohl als einzige China Import Berater in Deutschland von der KFW Bank anerkannt.  Die Agentur Frisch gibt dabei sogar eine Erfolgsgarantie, sollten Sie nicht innerhalb eines Monats nach Beginn der Beratung bereits Ihre eigene Investition wieder eingespart oder als Gewinn eingefahren haben, erstattet Ihnen die Agentur Frisch die gesamte Investition und auch den Anteil der KFW an die KFW Förderung nachweislich zurück. Somit können Sie beim Einstieg in den China Import nur gewinnen. Weitere Informationen finden Sie auf im WEB der Agentur Frisch www.ag-frisch.de oder können Sie per Email anfordern, info@ag-frisch.de.

Bedingungen für die Förderung:

1) Seit max. 5 Jahren auf dem Markt
2) Gewerbeschein ist vorhanden
3) nicht in finanziellen Schwierigkeiten
4) Noch keine vorherigen  Förderungen für Existenzgründungsberatung
5) Wohnsitz in Deutschland
6) Selbstständigkeit ist auf Vollexistenz ausgerichtet

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China Import – China etabliert sich zum weltweit größten Warenhändler

Der China Import soll sich auch in Zukunft noch lohnen

China ist neben den USA Weltwirtschaftsmacht und seit 2013 zugleich weltweit größter Warenhändler. Im vergangenen Jahr verbuchte China ein Handelsvolumen für Export und Import in Höhe von 3,87 Billionen US-Dollar. Die USA kam im Vergleich auf 3,82 Billionen US-Dollar. Der rasante Wandel von einem Agrarstaat zu einer Superwirtschaftsmacht kommt aber nicht von ungefähr. China hat in den vergangenen Jahren die Türen für die westliche Welt geöffnet und schließt immer mehr Handelsabkommen mit Staaten aus aller Welt ab, um Ihnen einen günstigen China Import zu ermöglichen. Doch nicht jeder sieht Chinas neue Offenheit gern. Jüngst machte die EU ihrem Unmut Luft. EU-Kommissar Karel De Gucht will Strafzölle von 47 Prozent auf den China Import von  Solarpanels verhängen, um so den chinesischen Dumping-Preisen ein Ende zu setzen. Aber nicht jedes EU-Mitgliedsstaat, und vor allem Deutschland, ist für die Strafsteuer. Denn die meisten europäischen Staaten möchten einen Handelskonflikt mit der einflussreichsten Weltwirtschaftsmacht vermeiden.

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Chinas Wirtschaft im Wandel der Zeit

Doch seit einigen Jahren kommen sanftere Töne aus China. Die radikalen Ansichten eines Mao Zedong gehören längst der Vergangenheit an und man versucht die Gratwanderung des linientreuen Kommunismus gepaart mit wirtschaftlichen Interessen zu meistern. Dafür musste sich China aber auch der westlichen Welt öffnen. Das gelang mit dem Tod von Mao im Jahr 1976. Der zuvor von seinem Amt enthobene und unter Hausarrest gestellte Deng Xiaoping begann als Chinas neuer Premierminister im Land mit ersten Reformen. Doch anders als in der ehemaligen Sowjetunion wollte Deng Xiaoping nicht alles auf einmal, was eine gute Entscheidung war. Denn schon vor der Auflösung war die Planwirtschaft der ehemaligen Sowjetunion am Ende. Er ebnete  schrittweise die Grundlage für ein wirtschaftlich erfolgreiches Land.

 Chinas neuer Premierminister Li Keqiang – der Mann des Volkes

Über 35 Jahre später steht nun an Chinas Regierungsspitze Li Keqiang. Ein Bauernjunge, der sich in der Partei von ganz unten nach ganz oben hocharbeitete, aber keiner dieser Revolutionäre ist, sondern mit einem Wirtschafts- und Jurastudium fundiertes Fachwissen mitbringt. Gern wird er im chinesischen Fernsehen als ein Mann des Volkes präsentiert. Aber er selbst hat auch Großes vor. Die Kluft zwischen Arm und Reich verringern und die Lebenssituation der Bevölkerung verbessern sind hoch gesteckte Ziele. Außer Acht lassen darf Chinas Premierminister aber ebenso wenig die Wirtschaft, die sich erst in den letzten Jahren stabilisiert hat und weiterhin Stützräder benötigt, damit sie reibungslos läuft. Dafür wird in den vergangenen Jahren viel in die Infrastruktur investiert. Neue Straßennetze, Bahnlinien, eine verbesserte Wasser- und Stromversorgung sollen die inländische Wirtschaft ankurbeln. Allein zwischen 2001 und 2005 entstanden etwa 24.000 Autobahnkilometer.

Attraktive Konditionen zieht ausländische Unternehmen nach China

Gleichzeitig öffnet China seine Türen für ausländische Investoren. Das nutzen immer mehr ausländische Unternehmen und siedeln nach China. Denn dort sind nicht nur die Arbeitskräfte im Vergleich zum Beispiel zu Europa günstiger, auch das Steuersystem ist flexibler. Denn der Gewinn von ausländischen Unternehmen in der Volksrepublik unterliegt der „Foreign Enterprise Income Tax“ (FEIT). Dieser FEIT-Steuersatz liegt bei 30 Prozent und einem weiteren lokalen Satz von 3 Prozent. Doch der staatliche Steuersatz kann auch auf bis zu 10 Prozent heruntergestuft und der lokale Satz vollkommen erlassen werden. Das bedeutet zusätzliche Entlastung für ausländische Investoren.

Doch auch viele setzen inzwischen auf chinesische Produkte. Schon längst ist das Image von Billigprodukten aus China vergessen. In der Volksrepublik setzt man auf Qualität und das macht den Import für ausländische Unternehmen interessant. Besonders Deutschland pflegt ein intensives Handelsverhältnis mit China und so wächst stetig der China Import.

Deutschland steht hinter China – trotz drohendem Strafzoll in Europa

Deshalb reiste Li Keqiang – ganz offiziell – nach Deutschland, um die Handelsbeziehungen zu intensivieren. Der neue Premierminister sieht in Deutschland und China das neue Traumpaar, die sich optimal ergänzen. Beide Länder sind nach Ansicht von Keqiang vor allem in der Fertigungsindustrie stark und könnten gemeinsam auch Märkte in anderen Staaten erschließen. Große Worte, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem gewissen Wohlwollen aufgenommen wurden. Schließlich war China bereits in der Vergangenheit ein bedeutender Handelspartner für Deutschland. Zu einem ersten Kontakt zwischen beiden Staaten kam es erstmalig 1972. Obwohl es in der gemeinsamen Geschichte von Deutschland und der Volksrepublik bereits im 16. Jahrhundert erste Handelsbeziehungen gab, die im Laufe der Jahrhunderte eigentlich nie wirklich vollständig abbrachen. Doch mit dem „neuen“ China und der recht jungen Bundesrepublik entstand eine moderne Handelsbeziehung. Heute ist China für Deutschland der zweitgrößte Lieferant (neben den Niederlanden). Vor allem Elektronik, Bekleidung und Maschinen importiert Deutschland aus China. Doch auch die Volksrepublik nutzt die Handelsbeziehungen zu Deutschland. Die Bundesrepublik steht als Handelspartner für China weltweit auf Platz sechs und in Europa auf Rang eins. Schon mit dem vorherigen Premierminister Wen Jiabao gab es intensive Gespräche und Verträge für die Erweiterung der Handelsbeziehungen beider Staaten.

Deutschland und China schließen Handelsverträge in Milliardenhöhe ab

Mit Li Keqiang soll nun ein noch engeres Verhältnis zu der Bundesrepublik angestrebt werden. Deutschland ist nicht abgeneigt und so wurden während des offiziellen Staatsbesuches von Keqiang Verträge in Milliardenhöhe unterschrieben. Konkret geht es um gegenseitige Investitionen in den Bereichen Elektromobilität, Bauwesen und Biowissenschaft. Auch erhält der europäische Flugzeugbauer Airbus einen Milliardenauftrag von China und  die Volksrepublik soll offizieller Partner der Hannover Messe werden. Insgesamt wurden Verträge in Höhe von etwa 15 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 10,6 Milliarden Euro) abgeschlossen. Doch nicht nur gegenüber Deutschland möchte China eine engere Beziehung führen, auch für ausländische Investitionen möchte die Volksrepublik seinen Markt weiter öffnen. Keqiang garantiert, dass Unternehmen faire Konkurrenz erwarten können und auch für den Schutz des geistigen Eigentums würde der Staat sorgen. Genau das war zugleich Thema beim Zusammentreffen mit Philipp Rösler, der einen verstärkten Einsatz für den Schutz von geistigen Eigentums forderte und zugleich chinesische Investoren aufforderte, sich in Deutschland intensiver zu engagieren.

Aber das Treffen der Handelspartner wird von dem Streit über Strafzölle für chinesische Solarpanels in Europa überschattet. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb der chinesische Premierminister ausschließlich Deutschland als einzigstes EU-Mitgliedsstaat besuchte.

Drohender Handelskonflikt zwischen Europa und China

Denn der europäische Kommissar Karel de Gucht hat laut Medienberichten die größte Handelsermittlung, die Europa je gesehen hat, gegen China eingeleitet.  Es geht um die Dumpingpreise von chinesischen Solarpanels. De Gucht wirft den Chinesen vor, dass sie ihre Produkte unter dem marktüblichen Preis in Europa verkaufen. Deshalb fordert nun De Gucht Strafzölle von 47 Prozent auf chinesische Solarpanels. Das jedoch ist nicht wirklich im Sinne der meisten 27 EU-Mitgliedstaaten. Wie der „Spiegel“ nun berichtet, spricht sich die Mehrheit der EU anhängigen Länder gegen den Vorschlag des EU-Kommissars aus. Besonders Osteuropa, Skandinavien und Deutschland sind gegen die geplanten Strafzölle.

Deutschland stellt sich auf Chinas Seite – der China Import soll nicht schwächeln

Vor allem Deutschland hat offiziell das Vorhaben von De Gucht abgelehnt und plädiert auf eine einvernehmliche Lösung. Wobei es sich nicht ausschließlich um den Streit der chinesischen Solarmodule dreht. Schon als die EU-Kommission den in China ansässigen Telekommunikationshersteller Huawei mit Strafzöllen belegen wollte, wehrte sich die Bundesregierung heftig gegen das Vorhaben. Denn würde auf Huawei zusätzliche Kosten zukommen, würden die Preise für Modems nach oben schießen, was schlussendlich bedeuten würde, dass die Telekom in Deutschland nicht mehr den geplanten und auch gesetzlich verpflichteten Internetversorgungsausbau vorantreiben  könnte. Ohnehin erzielten Bundesregierung und EU in den vergangenen Monaten nur wenig Einigkeit. Schon bei der EU-Rettungspolitik musste die EU-Kommission harsche Kritik von Wolfgang Schäuble hinnehmen.   Bereits vor dem Besuch von Li Keqiang sprach sich Philipp Rösler gegen das Bestreben des EU-Kommissars aus und glaubt, dass so etwas schwerwiegende Konsequenzen haben könnte. Ganz unrecht könnte Rösler damit nicht haben. Denn inzwischen hat China, wenn auch nur verbal, bereits auf den europäischen Vorschlag reagiert. Von „widerrechtlichen Eingriffen“ in den internationalen Wettbewerb spricht Liang Tian vom chinesischen Solarhersteller Yingli. Laut Tian habe man alles versucht, um mit der EU zu verhandeln, allerdings bislang ohne nennenswerte Ergebnisse.

Strafzoll gegen China spaltet Europa

In Europa hingegen teilt sich die Meinung über die geplanten Strafzölle in zwei Lager. Viele befürchten, dass somit die Preise für Solaranlagen in Europa nach oben schießen könnten, wie schon bei Huawei der Verdacht bestand. Nicht zuletzt sind viele gegen das Vorhaben, weil sie Chinas Konsequenzen fürchten. Aber gerade das Bonner Solarunternehmen Solar World gab den entscheidenden Vorstoß des Vorhabens. In einem telefonischen Interview mit dem „Deutschlandfunk“ nahm der Sprecher von Solarworld, Milan Nitzschke, ausführlich Stellung zum Thema. Er ist der Überzeugung, dass Verhandlungen, in dem Rahmen wie sie die Bundesregierung führen möchten, keine effektive Wirkung zeigen. Als Beispiel nannte er die in den USA eingeführten Strafzölle. Dort es  gab es über 15 Monate lang Verhandlungen, zu denen, laut Nitzschke, China nicht erschienen ist. Und auch die EU ermittelt bereits seit etwa sieben Monaten gegen das Dumping aus China. Gesprächsbereitschaft zeigte die Volksrepublik nach Ansicht von Nitzschke jedoch nicht. Deshalb fordere die Durchsetzung des geltenden Handelsrechtes und erst dann könne man mit China verhandeln. Des Weiteren glaubt Nitzschke, dass man nur mit der Einführung der Strafzölle wieder einen stabilen Wettbewerb in Europa herstellen könnte. Dennoch begrüßte Nitzschke, dass die Bundesregierung nach einer einer einvernehmlichen Lösung suche. Aber Nitzschke verharrte weiterhin auf seinem Standpunkt. Fakt ist, dass die Strafzölle gegen China am 06. Juni in Kraft treten werden. Denn in den ersten sechs Monaten kann sich De Gucht über die Köpfe der Mitgliedsstaaten hinwegsetzen und die  Reglung ohne Zustimmung einführen. Erst wenn die Regelung endgültig beschlossen wird, braucht es die Einverständnis der EU-Mitgliedstaaten. Inwieweit sich die Meinung der einzelnen Staaten, die gegenwärtig gegen Strafzölle sind, ändern wird, hängt womöglich auch von der Entwicklung des Wettbewerbes ab.

Import von China in die Schweiz – Neue Handelsbeziehungen zwischen China und der Schweiz

Weitaus harmonischer hingegen verliefen die Verhandlungen zwischen China und der Schweiz. Bevor der chinesische Premierminister Li Keqiang Deutschland besuchte, traf er in der Schweiz ein, um die Handelsbeziehungen zu der Schweiz zu stärken. Die Beziehung der Länder zueinander ist bereits seit über 60 Jahren sehr eng. So war die Schweiz einer der ersten, westlichen Staaten, die die neue Volksrepublik China als Staat anerkannten. Inzwischen ist aus dem gegenseitigem Respekt eine intensive Handelsbeziehung geworden. Schon 2002 gehörte China zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz und zum drittgrößten Zulieferer. Allein 2010 betrugen die Ausfuhren Chinas in die Schweiz 3,03 Milliarden US-Dollar und der Import Chinas aus der Schweiz 17,04 Milliarden Euro. Mit dem jüngsten Besuch des chinesischen Premierministers Li Keqiang wurde noch einmal der Handelsbedeutung Nachdruck verliehen. Ein neues Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China bringt beiden Staaten entscheidende Vorteile. Etwa 99,7 Prozent der Exporte in die Schweiz werden ab dem Inkrafttreten des Abkommens zollfrei sein. Das betrifft vor allem Textilien, Schuhe, Metallerzeugnisse und Autoteile. Auch werden etwa 84 Prozent der Schweizer Exporte von den Zollsteuern befreit.

Schrittweise Erlassung der Zollgebühren für die Schweiz

Aber bei rund 7 Prozent erfolgt die Befreiung erst einmal schrittweise. Auch der Import für Schweizer Uhren wird stufenweise gesenkt. Im Freihandelsabkommen wurde festgelegt, dass in den kommenden zehn Jahren die Zollgebühren um 60 Prozent nach unten fallen. Schon im Juli 2013 wird die neue Regelung in Kraft treten und im ersten Jahr senkt China die Zollgebühren bereits um 18 Prozent. Die Entscheidung für eine schrittweise Herabstufung ist nicht grundlos. Der chinesische Verhandlungsführer Yu Jianhua erklärte auf einer Pressekonferenz die Einzelheiten der schrittweisen Senkung. So wolle China manche inländische Industriezweige vorerst vor der starken, Schweizer Konkurrenz schützen, um sie zunächst stabilisieren zu können, damit sie wiederum konkurrenzfähig werden. Dazu zählt auch der Bereich Uhren. Ebenso erfolgreich waren die Verhandlungen für chinesische Agrarprodukte. Zukünftig werden etwa 76 Prozent er Agrarprodukte zollfrei sein und viele weitere erhielten mit dem Freihandelsabkommen reduzierte Zollgebühren. Selbst in  sehr unterschiedlichen Ansichten konnten die Schweiz und China Lösung finden. Das betrifft vor allem Arbeitsbedingungen, geistiges Eigentum und staatlichen Ausschreibungen. Die chinesischen Medien berichten gern über eine Win-Win Situation, womit die Medien nicht völlig unrecht haben. Denn genauso wie Deutschland profitiert auch die Schweiz von einem Land, das sich innerhalb kürzester Zeit von einem Agrarstaat zu einer Weltwirtschaftsmacht etablierte.

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